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Geschichte

Anfänge

Im römischen Recht existierten die ersten Vorläufer des heutigen Erbbaurechts in Form eines dinglichen Baurechts auf einem fremden Grundstück. Im römischen Recht war „solarium“ (Erbbau) die jährliche Pacht der Nutzer eines „superficies“ (eines Stückes Land).

Verbreitung im Mittelalter

Im Mittelalter entwickelte sich die städtische Bauleihe („Bodenleihe“) zu einem wichtigen Instrument bei der Entwicklung deutscher Städte.

Verdrängung des Erbbaurechts

Napoleon führte in den von ihm besetzten Ländern das Recht am privaten Immobilieneigentum ein und verdrängte das Erbbaurecht zunehmend aus Kontinentaleuropa, und damit auch aus Deutschland. Nur in Regionen, die nicht von Napoleon besetzt wurden, ist das Erbbaurecht weiterhin vorherrschend. Beispielweise blieb England, speziell die dortigen Großstädte, eine Hochburg des Erbbaurechts. Das gesamte Land gehört in England und Wales (Schottland und Nordirland haben andere Strukturen) der Krone. Die Bürger haben nur mehr oder weniger weit gehende Berechtigungen zur Nutzung der Grundstücke. Dabei ist eine weit verbreitete Möglichkeit, das "leasehold", dem deutschen Erbbaurecht sehr ähnlich.

Kodifikation

Die erste ausführliche Kodifizierung im deutschen Recht war die „Verordnung über das Erbbaurecht“ vom 15. Januar 1919 (seit 30.11.2007 Erbbaurechtsgesetz - ErbauRG). Diese ersetzt die bis dahin nur sehr fragmentarischen Paragraphen 1012 bis 1017 BGB, in denen das Erbbaurecht geregelt war.

Kirchen und Kommunen

Rund 5 Prozent der Wohnfläche in Deutschland stehen derzeit auf Erbbaugrundstücken. Das Erbbaurecht diente unter anderem dazu, einer einkommensschwachen Bevölkerung Wohneigentum zu ermöglichen, indem sie Grundstücke nicht kaufen musste, sondern gegen einen jährlichen Erbbauzins nutzen konnte. Heute werden Erbbaurechte nicht nur von Gemeinden oder Kirchen, sondern auch von Immobilienunternehmen und institutionellen Investoren begeben.